Immer wieder werden junge Mütter durch sogenannte Ammenmärchen verunsichert.

Hier einige der meistgehörten Mythen rund ums Stillen.

 

  • Im Sommer braucht das Baby Wasser/Tee:

    Falsch! Zusätzliche Flüssigkeit ist erst notwendig, wenn Beikost gegessen wird. Und auch dann erst, wenn eine Stillmahlzeit komplett ersetzt wurde.

    Im Sommer kommt es häufig vor, dass der Säugling sehr oft (halbstündlich bis stündlich) stillen möchte. Dies sollte dem Baby gewährt werden.

    Wasser oder Tee kann sogar zur sogenannten Überhydrierung führen, die für Säuglinge gefährlich werden kann.

  • Kleiner Busen, großer Busen:

    Nicht die Größe der Brust sonder das enthaltene Gewebe macht die Milchmenge aus. Eine Frau mit A-Körbchen kann ebenso Vollstillen, wie eine Mutter mit Doppel-D.

  • zu wenig Milch:

    97% aller Frauen weltweit sind körperlich in der Lage, ihren Nachwuchs voll zu stillen. „Zu wenig Milch“ gibt es sehr selten. Meist handelt es sich um einen Wachstums- oder Entwicklungsschub aufgrund dessen das Baby dann sogenanntes „Clusterfeeding“ betreibt. Es möchte ständig an die Brust und ist oft sehr unruhig dabei.

    Hier ist es wichtig, so oft anzulegen, wie das Baby das möchte. Das ist wichtig für die Milchproduktion. Die Produktion geht in diesen Phasen nicht zurück! Im Gegenteil, das Baby regt damit die Produktion an, um nach dem Schub wieder genug Milch zur Vefügung zu haben.

    In vielen Fällen schlafen Säuglinge nach der Clusterfeeding-Phase etwas länger als normal.

  • Der berühmte Hängebusen:

    Das Gewebe verändert sich durch die Schwangerschaft. Ein Hängebusen entsteht im Normalfall nicht durch das Stillen sondern eher durch das oft viel zu schnelle Abstillen.

  • Alte Milch und neue Milch

    Muttermilch ist nach spätestens 90 Minuten vollständig verdaut. Stillabstände von 3-4 Stunden müssen also keineswegs eingehalten werden. Im Gegenteil, meist stillen Säuglinge in den ersten Wochen nach der Geburt 10-12 mal in 24 Stunden.

  • Durchschlafen:

    Das Durchschlafen hat nichts mit der Nahrung zu tun. Es kommt mit der Hirnreife.

    Dass Flaschenkinder „länger durchhalten“ liegt meist daran, dass Muttermilch sehr leicht verdaulich ist, bei der Flaschenmilch dagegen muss sich der kleine Darm richtig anstrengen, um die Milch zu verdauen, was natürlich länger dauert.

    Häufigeres Wachwerden und stillen nachts hat einen wichtigen Sinn: es minimiert das Risiko des Plötzlichen Kindstods. Säuglinge, die durchschlafen, haben meist einen tieferen Schlaf.

  • Milchstau / Brustentzündung:

    Beides ist kein Abstillgrund. Im Gegenteil, wird die Brust nicht ordentlich entleert, kann das die Beschwerden noch verschlimmern.

  • Medikamenteneinnahme :

    Leider wird hier oft zum Abstillen geraten. Dies ist in den meisten Fällen jedoch nicht notwendig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit, ein stillfreundliches Medikament zu verschreiben. 

  • Muttermilch ist nach X Monaten nicht mehr nahrhaft:

    Nein, im Gegenteil! Die Nahrhaftigkeit verändert sich je nach Alter des Kindes und nach der Jahreszeit.

    Im 2. Lebensjahr hat die Muttermilch einen ähnlich hohen Anteil an Antikörpern, wie das Kolostrum direkt nach der Geburt